Verriegelte Zeit

15.1., 16.1. | 18 Uhr + 24.1.26 | 16 Uhr
DDR 1990 | 93 Minuten | Dokumentarfilm | deutsche Fassung | R: Sibylle Schönemann | K: Thomas Plenert | M: Tamás Kahane | S: Gudrun Steinbrück
1984 wurden Sybille und Hannes Schönemann vom MfS verhaftet. Nach erfolglosen Versuchen, ihre Ideen bei der DEFA durchzusetzen, hatten sie einen Ausreiseantrag gestellt. Der offizielle Vorwurf lautete „Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeit“ – an dem Regiepaar sollte ein Exempel statuiert werden, um Kollegen vor ähnlichen Schritten abzuhalten. Nach acht Monaten Haft wurden die Schönemanns vom Westen freigekauft. Ihre beiden Kinder sahen sie erst in Hamburg wieder.
Unmittelbar nach dem Mauerfall machte sich Sybille Schönemann auf den Weg, um „ihren Fall“ filmisch zu rekonstruieren. „Verriegelte Zeit“ steht heute als ein einmaliges Dokument aus einer Zeit des Nicht-Mehr und Noch-Nicht. Er ist ein gelungener Versuch, dem staatlichen Unrecht mit den Mitteln der Kunst beizukommen. Allerdings bleibt ein bitterer Nachgeschmack: Der 1984 amtierende Haftrichter machte nach 1990 ungerührt weiter Karriere im gesamtdeutschen Justiz-Apparat.
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