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Of Mud and Blood – Kongo: Im Rausch der Hoffnung

4.6. | 19 Uhr, 6.6.-10.6. | 17:15 Uhr
F/D 2024 | 90 min | Dokumentarfilm | R: Jean-Gabriel Leynaud | OmU
»Of Mud and Blood« ist eine immersive Erkundung des Alltagslebens in Numbi, einer kleinen Stadt, die in den Bergen des Kongo »verloren« ist, aber für die westliche Welt eine wichtige Rolle spielt. Unter dem drohenden Schatten des Vulkans Nyiragongo bauen die Menschen dort mit bloßen Händen das Coltan-Erz ab, auf das wir nicht mehr verzichten können. Das „graue Gold“, ein Rohstoff, der für unsere Computer, Telefone und fast alle elektronischen Geräte unverzichtbar ist, ist der Preis in einem endlosen Krieg. Numbi ist von Soldaten und Rebellen umzingelt, die auf das wertvolle Mineral scharf sind. Niemand kann sagen, ob es sich um eine Reihe von Kriegen handelt oder um einen einzigen Konflikt, der sich über Jahrzehnte hinzieht. Die Feinde von gestern graben gemeinsam.
Im Angesicht der allgemeinen Plünderungen durch die Regierungstruppen der Demokratischen Republik Kongo, durch ehemalige Kämpfer des ruandischen Völkermords, durch Mai-Mai-Kämpfer und eine immer größere Zahl Milizen steht der Film an der Seite derer, die ihre Hände in den Schlamm des Kongo tauchen und dort ihre Träume begraben. Er lässt uns teilhaben am Leben der Goldgräber, die ewig nach einem vielversprechenden Flöz suchen, an der Polizei, die ihr Bestes tut, um die immer größer werdenden Schieberbanden zu jagen, an den Frauen, die die Mineralien sortieren oder ihre Körper verkaufen, an den weisen Älteren, die alles gesehen und erlebt haben, an den Kindern, die zwischen Schule und Minen hin- und hergerissen sind… Er taucht ein in eine Welt, in der alle davon träumen, eines Tages dem Schlamm zu entkommen und ihrerseits vom Reichtum des Kongo zu profitieren. Ihre Träume erscheinen wie Illusionen, aber sie ermöglichen es uns, den Menschen aus der industrialisierten Welt, die allerneuesten Smartphones in die Hände zu bekommen.
Unter den Schaufeln der Dorfbewohner verbirgt sich ein großer Reichtum, der ihnen jedoch stets entgeht. Von Numbi aus, wo das Coltan legal oder illegal von Hand zu Hand weitergegeben wird, erstreckt sich eine lange Lieferkette zu den großen multinationalen Unternehmen in China, Amerika und Europa, oft über die Nachbarländer.
Angesichts des sozialen Chaos und der Unfähigkeit der Regierung, die Minen zu verwalten, hat sich eine informelle Wirtschaft entwickelt. Die Dorfbewohner sind das Herzstück dieser Wirtschaft, profitieren aber nicht wirklich davon. Letztlich kommt diese Situation allen anderen zugute: Das Coltan wird zu möglichst niedrigen Kosten geliefert.
Schweigen ist also die Regel, um sicherzustellen, dass sich nichts ändert. In Numbi nehmen die Menschen ihre Schaufeln und Bündel in die Hand und graben weiter, wieder und wieder, um Erz zu finden und einen weiteren Tag zu überleben…
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