Glanz

22.10.26 | 20 Uhr
Ein Vorsprechen: Lina ist vorbereitet, das Publikum auch – nur der Regisseur fehlt. Zeit also, um zu erzählen, wie alles begann: mit einer Regiehospitanz. Lina wusste nicht einmal so genau, was das ist. „Egal, Hauptsache Theater!“
Es läuft gut: Sie wird gesehen, gelobt, gefördert. Der Regisseur erkennt ihr Talent, traut ihr etwas zu. Aus Zusammenarbeit wird Nähe, aus Nähe Vertrauen. Und während Lina spielt, erinnert, singt und kommentiert, entsteht nach und nach das Bild einer Beziehung, in der Anerkennung und Abhängigkeit gefährlich nah beieinander liegen.
GLANZ erzählt selbstironisch, bitterkomisch und im direkten Austausch mit dem Publikum von großen Träumen, feinen Verschiebungen und den Mechanismen von Macht – im Theater und überall dort, wo Karriere, Anerkennung und Hierarchien aufeinandertreffen.
Konzept, Text und Spiel: Marie Sophie Rautenberg
Outside-Eye: Friederike Förster
Foto: Johanna Maria Dietz
Eine Produktion von Hystera Feministisches Theaterkollektiv
Einfache Sprache
Lina hat ein Vorsprechen. Sie ist gut vorbereitet. Auch das Publikum ist da.
Aber der Regisseur fehlt. Deshalb erzählt Lina, wie alles angefangen hat.
Am Anfang macht Lina eine Regiehospitanz. Das bedeutet: Sie schaut einem Regisseur bei der Arbeit zu und hilft ihm. Lina wusste zuerst gar nicht genau, was das bedeutet. Sie dachte nur: „Egal, Hauptsache Theater!“ Am Anfang läuft alles gut.
Der Regisseur sieht Lina und ihr Talent. Er lobt sie und gibt ihr Chancen.
Er glaubt an sie und traut ihr etwas zu. Dadurch arbeiten Lina und der Regisseur immer enger zusammen. Sie werden sich auch persönlich näher.
Lina beginnt, ihm zu vertrauen. Während Lina auf der Bühne spielt, singt und erzählt, erfahren wir immer mehr über ihre Beziehung zum Regisseur.
Es wird aber auch klar: Lina bekommt Anerkennung und Unterstützung. Gleichzeitig wird sie immer abhängiger von ihm.
Das Stück GLANZ erzählt von großen Träumen und davon, wie Macht zwischen Menschen entstehen kann. Es zeigt auch, dass sich Dinge manchmal ganz langsam verändern. Zum Beispiel kann aus Vertrauen irgendwann Abhängigkeit werden. Das Stück macht sich manchmal selbst über die Geschichte lustig, ist aber auch traurig und ernst. Lina spricht direkt mit dem Publikum.
Es geht um Macht, Erfolg, Anerkennung und Abhängigkeit. Und es zeigt: Solche Probleme gibt es nicht nur im Theater, sondern auch an vielen anderen Orten, zum Beispiel bei der Arbeit.
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