christa | kassandra – ein Dialog nach Christa Wolf//THEATER

8.5., 10.5.26 | 20 Uhr
In dieser energetisch dichten Inszenierung der Erzählung von Christa Wolf tritt Kassandra erschreckend gegenwärtig auf. Sie ist eine von uns. Sie sieht eine Gesellschaft, die von außen wie von innen zerrissen wird. Sie verfolgt, wie ihre Mitmenschen sich von der Angst beherrschen lassen und als Gefangene des Gewohnten das Notwendige vermeiden. Sie erkennt die Zerbrechlichkeit einer Welt, die sich selbst zugrunde richtet. Doch ihre warnende Stimme bleibt ungehört.
Das Stück
Der Krieg ist vorbei, Troja zerstört, Kassandra eine Gefangene. Sie weiß, dass sie nur noch wenige Stunden zu leben hat. Sie ergibt sich nicht. Geht bewusst in die Erinnerung. Und erlebt noch einmal, wie eine sicher geglaubte Welt in sich zusammenfällt, Gewissheiten sich auflösen, Geliebtes und Geliebte verschwinden oder sich gegen sie wenden. Sie hat es so kommen sehen. Keiner sollte ihr glauben. Sie musste ja selbst erst lernen, sich zu glauben, hinzusehen, auch auf sich selbst. Dabei zeigt sich die Fähigkeit, zu sehen was ist, eben nicht als mythische Zauberkraft, sondern als bewusste Entscheidung, die Augen nicht zu verschließen.
Johanna Malchow verkörpert die Kassandra als eine Frau, die nicht die Zukunft vorhersagt, sondern uns mit unaufhörlichen Wahrheiten konfrontiert. In der Überwindung ihrer Ängste und im schonungslosen Blick auf ihr Leben deckt sie das Gefühl der Ohnmacht gegenüber ihrer Zeit auf – in einer Dringlichkeit, die sich auf das Publikum überträgt.
Die Inszenierung
Markus Weber hat Christa Wolfs Erzählung als Dialog für eine Schauspielerin adaptiert. Dem Geschehen auf der Bühne stellt er Filmszenen gegenüber, die von Notizen, Vorlesungen und Tagebucheinträgen Christa Wolfs inspiriert sind. Auf diese Weise tritt Kassandra in einen Dialog mit der Autorin. Diese Verbindung zwischen Bühne und Film erweitert die Perspektive und bringt Kassandras Geschichte in unsere Zeit.
Die Auflö sung von Kassandras Welt, aber auch die damit verbundene Befreiung, spiegeln sich im Bühnenbild wieder, wenn Kassandra nach und nach alles zerlegt, was sie gefangen hält, und ihren Spielraum erweitert. In der eigens fü r das Stü ck entwickelten Musik von Dominik Wirth hallt dieser Prozess der Dekonstruktion nach.
Aktualität und Relevanz
christa|kassandra ist mehr als nur eine Aufführung, es ist ein Aufruf zur Reflexion. Die Premiere des Stücks hat das Publikum mitgerissen und nachdenklich zurückgelassen. Die aktuelle Relevanz von Kassandras Kampf – gegen den Widerstand der eigenen Ängste, gegen den Unwillen der Gesellschaft, und gegen die Flut alternativer Wahrheiten – stellt uns selbst vor die Herausforderung, unseren Ängsten entgegenzutreten und mit schonungsloser Ehrlichkeit den Blick auf uns und unsere Welt zu richten.
christa|kassandra fordert die Zuschauer*innen nicht nur intellektuell, sondern berührt kollektive Emotionen.
„Es war von Anfang bis Ende so klar, so aufdeckend, so spiegelnd, so brutal. Ich habe lange nicht mehr solch ein bewegendes und zeitgemäßes Stück gesehen. Es zeigt mir, dass auch aus allem inneren Leid und Schmerz eine Sprache entstehen kann, die verbindet.“
Eine Zuschauerin
Adaption, Regie und Bühne: Markus Weber
Schauspiel: Johanna Malchow
Musik: Dominik Wirth
Text einfache Sprache:
In diesem Stück nach der Erzählung von Christa Wolf wirkt Kassandra sehr nahbar. Sie könnte eine von uns sein. Sie sieht eine Gesellschaft, die von außen und innen kaputtgeht. Sie beobachtet, wie Menschen aus Angst handeln und aus Gewohnheit das Wichtige vermeiden. Sie erkennt, wie zerbrechlich eine Welt ist, die sich selbst zerstört. Aber niemand hört auf ihre Warnungen.
Das Stück
Der Krieg ist vorbei. Troja ist zerstört. Kassandra ist gefangen. Sie weiß: Sie wird bald sterben. Trotzdem gibt sie nicht auf. Sie erinnert sich an ihr Leben. Noch einmal erlebt sie, wie ihre sichere Welt zusammenbricht, wie Gewissheiten verschwinden und Menschen, die ihr wichtig sind, sich abwenden oder sterben. Sie hat all das vorhergesehen. Doch niemand glaubte ihr. Auch sie musste erst lernen, sich selbst zu vertrauen und hinzuschauen – auch auf die unangenehmen Dinge. Dabei zeigt sich: Ihre Klarheit ist keine Zauberkraft. Sie entsteht durch die Entscheidung, die Augen nicht zu verschließen.
Johanna Malchow spielt Kassandra als eine Frau, die nicht die Zukunft vorhersagt, sondern klar ausspricht, was in der Gegenwart falsch läuft. Sie zeigt, wie schwer es ist, den Ängsten der eigenen Zeit etwas entgegenzusetzen. Diese Ehrlichkeit berührt das Publikum.
Die Inszenierung
Regisseur Markus Weber hat Christa Wolfs Text für eine Schauspielerin als Dialog umgeschrieben. Auf der Bühne sieht man das Spiel der Schauspielerin. Dazu kommen Filmszenen, die auf Notizen und Tagebucheinträgen von Christa Wolf basieren. So entsteht ein Gespräch zwischen Kassandra und der Autorin. Diese Verbindung erweitert den Blick und bringt Kassandras Geschichte in unsere Zeit.
Auch das Bühnenbild zeigt, wie Kassandras Welt zerfällt – und wie sie sich gleichzeitig davon befreit. Sie zerstört nach und nach alles, was sie festhält, und gewinnt dadurch mehr Raum. Die Musik von Dominik Wirth wurde extra für das Stück gemacht und unterstützt diesen Prozess.
Aktualität und Bedeutung
christa|kassandra ist nicht nur ein Theaterstück. Es fordert uns zum Nachdenken auf. Bei der Premiere war das Publikum tief bewegt. Kassandras Kampf – gegen eigene Ängste, gegen die Gleichgültigkeit der Gesellschaft und gegen falsche Wahrheiten – erinnert uns an unsere eigene Verantwortung. Das Stück zeigt, wie wichtig es ist, genau hinzusehen und mutig zu sein.
christa|kassandra spricht nicht nur den Verstand an, sondern auch gemeinsame Gefühle.
Team:
Adaption, Regie und Bühne: Markus Weber
Schauspiel: Johanna Malchow
Musik: Dominik Wirth
