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Artspring 2026: Auf zu neuen Ufern! – Kurzfilmprogramm III

13.5. | 18 Uhr
nightshop
2014, 2:36 min, Konzept: Merit Fakler, ohne Sprache
Eine rasante, absurde Videocollage, die das unaufhörliche Vorwärts der Großstadt Berlin verdichtet. Menschen, Fische und Maschinen verschmelzen zu einem Strom aus Bewegung: Laufen. Drehen. Fahren. Rollen. Mitschwimmen. Immer weiter, zu neuen Ufern?
Searching for the Nose beneath Fronta na maso
2026, 7:44 min R: Poyuan Juan, englisch mit engl. UT
Based at Prague’s Stalin Monument, this work feeds archives into AI. As a “legend generator,” the AI logic fills history, colliding with trauma. Algorithms stitch together 3D remnants to mend historical gaps, replacing folklore with a computational loop.
An der Saale hellem Strande
2024, 18:30 min, R: Karl-Friedrich König, Dirk Hornschuch, OmeU
Delfin Guerra und Raúl Garcia Paret kamen 1979 als Vertragsarbeiter nach Merseburg – und starben kurz darauf. In einer fragmentierten Collage reflektiert der Film über Erinnerung, Verdrängung und Kontinuitäten von Rassismus.
bleeding
2019, 2:13 min, R: Jo Zahn, englische OF
If you look at the bald head imagine some hair… Musikvideo zum Stück »bleeding« der Band Kröter.
To Mahsa
2023, 3 min, Konzept: Daniela Lucato, OmeU
An experimental work responding to the tragic death of Mahsa (Zhina) Amini. A gesture of solidarity with the women of Iran and all woman who fight for freedom and human rights.
For The Home I Never Had
2026, 11:08 min, R: Nikan Salari, Featuring: Misha Noori, englische OF
Misha, a 28-year-old Australian woman born to exiled Iranian parents, becomes a passionate activist for the Woman, Life, Freedom movement, which might one day allow her to see her motherland.
The Anatomy of Political Scandals
2025, 17:27 min Regie: Nina E. Schönefeld, englische OF
Wenn das Recht auf konsequente Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit verweigert wird, bleibt nur ein letztes legitimes Mittel: die »Freiheit der Kunst«.
Mit anschließendem Filmgespräch mit den Künstler:innen. Eintritt frei.

artspring 2026: Auf zu neuen Ufern!
Alljährlich zeigt artspring film unterschiedliche künstlerische Positionen von Film- und Videoschaffenden und stellt sie zur Diskussion. Längst hat sich die Reihe von ihrer ursprünglichen lokalen Begrenzung auf den Bezirk Pankow – mit Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee – gelöst: Auch in diesem Jahr waren Filmschaffende unabhängig von ihrem Wohn- oder Arbeitsort eingeladen, ihre Arbeiten einzureichen.
Das diesjährige Thema »Auf zu neuen Ufern« fügt sich in die Klammer des Jubiläumsjahres: »Kein Ruder war nicht dran«. Ein Titel, der nicht auf Orientierungslosigkeit verweist, sondern auf Offenheit. Darauf, dass keine Richtung vorgegeben war, dass Wege gesucht, neu definiert und gemeinsam ausgehandelt wurden – und darauf, im Zusammenkommen unterschiedlicher Perspektiven, Stimmen und künstlerischer Positionen bewusst vielstimmig zu bleiben. Zugleich spiegelt sich darin, in einer Zeit permanenter Krisen sowie politischer und gesellschaftlicher Zuspitzung, die Sehnsucht, das vertraute Ufer zu verlassen.
»Auf zu neuen Ufern« ist eine Einladung, filmisch Perspektiven zu wechseln und Übergänge sichtbar zu machen. Gesucht wurden Arbeiten, die Aufbruch nicht als geradlinige Bewegung begreifen, sondern als widersprüchlichen Prozess: als ein Austarieren zwischen Hoffnung und Zweifel, zwischen Stillstand und Veränderung. Entstanden ist ein Programm, das Perspektiven bündelt, die sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen – und gerade darin seine Stärke entfaltet. Utopien, die sich gegen ihre eigenen Voraussetzungen wenden, treffen auf leise, suchende Erzählungen, die durch minimale Verschiebungen neue Zugänge zu scheinbar Bekanntem eröffnen.
An drei Abenden lädt das Programm dazu ein, sich auf diese Bewegungen einzulassen und vielleicht selbst ein Stück weit aufzubrechen. Denn dieses Filmprogramm ist Ergebnis und Werkzeug zugleich: Es konserviert Zeit, Raum und Erinnerungen und wird zum Schmelztiegel verschiedener Geschichten, der Brüche und Widersprüche nicht verdeckt, sondern offenlegt. Es setzt sich aus Filmen zusammen, die widerständig bleiben, existenzielle Fragen aufwerfen und von Menschen erzählen, die trotz Verlusten, Brüchen und Krisen nicht aufgeben. Sie machen Zusammenhänge sichtbar und betten das Private und Individuelle einer Biografie in politische und soziale Kontexte ein, die es prägen und zugleich herausfordern. Gerade in einer Gegenwart, die auseinanderzufallen droht, zeigt das diesjährige Programm, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte zu erzählen, sich zu verorten, in Beziehung zu anderen zu treten und Wege hinauszufinden – hinaus aus dem Bekannten und auf zu neuen Ufern.
Die Screenings finden vom 11. bis 13. Mai jeweils um 18 Uhr statt und werden durch anschließende Live-Talks mit den Filmschaffenden begleitet. Eintritt frei.
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