- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
artspring 2026: Auf zu neuen Ufern! – Kurzfilmprogramm I

11.5. | 18 Uhr
abtauchen
2026, 3:45 min, R: Matthias Daenschel, ohne Sprache
Abtauchen, sich auflösen im Nichts, in der Weite, im eiskalten, klaren Wasser. Eine Meditation über die Sehnsucht, den Lärm der Welt hinter sich zu lassen, sich aufzulösen, eins zu werden und sei es nur für einen Moment.
The curtains are drawn but the clouds are still there (a letter to BJ and myself)
2015, 4:59 min, R: Sverre van der Velde, ohne Sprache mit engl. UT
Alienated by a small town, home is left behind for life in a campervan. The film explores the act of running away, tracing the first months of this transition through observations and diary entries, later shaped into a letter, while drawing a connection to Dutch artist Bas Jan Ader and reflecting on the privilege of escape and the haunting nature of memory.
Land Sailing
2024, 16:47 min, R: Ziyi Wang, OmeU
A mockumentary, essay film and road movie documenting a singular border crossing: after losing her UK residence permit and being denied boarding, a Chinese migrant woman enters a liminal state of transit and identity, reimagining The Odyssey.
Jetbridge Jesus
2023, 9:59 min, R: Daniel Theiler , OmeU
Eine persönliche Migrationsgeschichte verschränkt sich mit heutigen Bewegungen über Meer und Luft. Die Fluggastbrücke wird zum Transitraum, in dem Hoffnung auf neue Ufer, kollektive Erfahrung und gesellschaftliche Widersprüche sichtbar werden.
Walk on line
2020, 7 min, R: Kuesti Fraun, ohne Sprache
100 Meilen in Sicht …
Blue – Floating
2017, 5:20 min, Konzept: Gabriela Dumitrescu
Zum Klang der Planeten unseres Sonnensystems schwebt eine tanzende Frau durch imaginäre Räume.
Yichu 1.0
2025, 10 min, R: Yichu Li, englisch mit engl. UT
Told in three surreal chapters – Uploading, Navigating, Rebuilding — the film follows a radical metamorphosis, dissolving the boundary between human and digital existence. Through ritualistic imagery and haunting dreamscapes, Yichu 1.0 asks: What remains of the self when memory and innovation converge?
Mit anschließendem Filmgespräch mit den Künstler:innen. Eintritt frei.

artspring 2026: Auf zu neuen Ufern!
Alljährlich zeigt artspring film unterschiedliche künstlerische Positionen von Film- und Videoschaffenden und stellt sie zur Diskussion. Längst hat sich die Reihe von ihrer ursprünglichen lokalen Begrenzung auf den Bezirk Pankow – mit Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee – gelöst: Auch in diesem Jahr waren Filmschaffende unabhängig von ihrem Wohn- oder Arbeitsort eingeladen, ihre Arbeiten einzureichen.
Das diesjährige Thema »Auf zu neuen Ufern« fügt sich in die Klammer des Jubiläumsjahres: »Kein Ruder war nicht dran«. Ein Titel, der nicht auf Orientierungslosigkeit verweist, sondern auf Offenheit. Darauf, dass keine Richtung vorgegeben war, dass Wege gesucht, neu definiert und gemeinsam ausgehandelt wurden – und darauf, im Zusammenkommen unterschiedlicher Perspektiven, Stimmen und künstlerischer Positionen bewusst vielstimmig zu bleiben. Zugleich spiegelt sich darin, in einer Zeit permanenter Krisen sowie politischer und gesellschaftlicher Zuspitzung, die Sehnsucht, das vertraute Ufer zu verlassen.
»Auf zu neuen Ufern« ist eine Einladung, filmisch Perspektiven zu wechseln und Übergänge sichtbar zu machen. Gesucht wurden Arbeiten, die Aufbruch nicht als geradlinige Bewegung begreifen, sondern als widersprüchlichen Prozess: als ein Austarieren zwischen Hoffnung und Zweifel, zwischen Stillstand und Veränderung. Entstanden ist ein Programm, das Perspektiven bündelt, die sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen – und gerade darin seine Stärke entfaltet. Utopien, die sich gegen ihre eigenen Voraussetzungen wenden, treffen auf leise, suchende Erzählungen, die durch minimale Verschiebungen neue Zugänge zu scheinbar Bekanntem eröffnen.
An drei Abenden lädt das Programm dazu ein, sich auf diese Bewegungen einzulassen und vielleicht selbst ein Stück weit aufzubrechen. Denn dieses Filmprogramm ist Ergebnis und Werkzeug zugleich: Es konserviert Zeit, Raum und Erinnerungen und wird zum Schmelztiegel verschiedener Geschichten, der Brüche und Widersprüche nicht verdeckt, sondern offenlegt. Es setzt sich aus Filmen zusammen, die widerständig bleiben, existenzielle Fragen aufwerfen und von Menschen erzählen, die trotz Verlusten, Brüchen und Krisen nicht aufgeben. Sie machen Zusammenhänge sichtbar und betten das Private und Individuelle einer Biografie in politische und soziale Kontexte ein, die es prägen und zugleich herausfordern. Gerade in einer Gegenwart, die auseinanderzufallen droht, zeigt das diesjährige Programm, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte zu erzählen, sich zu verorten, in Beziehung zu anderen zu treten und Wege hinauszufinden – hinaus aus dem Bekannten und auf zu neuen Ufern.
Die Screenings finden vom 11. bis 13. Mai jeweils um 18 Uhr statt und werden durch anschließende Live-Talks mit den Filmschaffenden begleitet. Eintritt frei.
Tickets kaufen


