Par­al­le­le Leben – Lesung mit Mat­thi­as Lanin und Maik Sie­gel

6.9. | 19:30 Uhr | Roter Salon

Die Wahr­neh­mung für Geflüch­te­te ver­blasst zuneh­mend – nicht nur in den Medi­en. Ein­rich­tun­gen wie die Gemein­schafts­un­ter­kunft Colum­bia­damm auf dem Tem­pel­ho­fer Feld erschaf­fen Grenz­be­rei­che, in denen par­al­le­le Leben auf­ein­an­der­tref­fen: Das Leben im Con­tai­ner­dorf der einen trifft auf die Frei­zeit­ge­stal­tung der ande­ren, getrennt durch einen Bau­zaun. Die bei­den Autoren Mat­thi­as Lanin und Maik Sie­gel (Divan Ver­lag) eint die aktu­el­len The­men Flucht, Hei­mat­lo­sig­keit und Leben in der Frem­de, die sie bei­de lite­ra­risch auf sehr unter­schied­li­che Wei­se ver­han­deln.

Maik Sie­gels Aus­gangs­punkt im Roman »Hin­ter­hof­le­ben« (2017) ist der syri­sche Flücht­ling Samih, der in einem Miets­haus im Prenz­lau­er Berg auf­ge­nom­men wird. Sie­gel erzählt von der Stim­mung in Deutsch­land im Jahr 2015 und lie­fert einen brei­ten Ein­blick in die ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven und Mei­nun­gen zur Debat­te der soge­nann­ten Flücht­lings­kri­se. Die Berliner*innen, die Samih ein Zuhau­se geben, wer­den zum viel­sei­ti­gen Spie­gel­bild deut­scher Großstädter*innen.

Maik Sie­gel wur­de 1990 in Salz­git­ter gebo­ren. Er stu­dier­te Ger­ma­nis­tik und Anglis­tik auf Lehr­amt in Braun­schweig, Ber­lin, Leeds, Tai­peh und Lon­don. Arbeits­auf­ent­hal­te in Tan­sa­nia, Kana­da und Uru­gu­ay. 2013 gewann er den A. E. Johann-Literaturpreis. Er lebt in Berlin-Neukölln. »Hin­ter­hof­le­ben« ist sein Debüt­ro­man.

Mat­thi­as Lanin erzählt in sei­nem Roman »Ein Fie­bel­korn« (2018) die über 50 Jah­re wäh­ren­de Lie­be zwi­schen den Ehe­leu­ten Fie­bel­korn aus Vor­pom­mern. Johan­na und Wil­fried las­sen die Leser*innen an ihrem All­tag, an ihren Gefüh­len und Erleb­nis­sen teil­ha­ben, die ihre Ehe so sehr geprägt haben. Sie legen Zeug­nis davon ab, was das Leben auch in Zei­ten von Kriegs­ge­fan­gen­schaft, Sozia­lis­mus und Mau­er­fall für Fol­gen für sie hat­te, und was es bedeu­tet, sein Heim zu ver­lie­ren, gezwun­gen zu sein, in der Frem­de zu leben und sich doch wie­der zusam­men­zu­fin­den.

Mat­thi­as Lanin ist 1977 in der nörd­li­chen DDR-Provinz zur Welt und von dort nicht weg­ge­kom­men. Der Staat nennt sich anders, in dem er nun als Leh­rer mit geflüch­te­ten Jugend­li­chen arbei­tet. Als Autor bewegt ihn hier und da das tag­täg­li­che mensch­li­che Leid, des­sen Spür- und Unspür­bar­keit. Er lebt in Greifs­wald. »Ein Fie­bel­korn« ist sein Debüt­ro­man.

Ein­tritt: 6,- / ermä­ßigt 4,- Euro

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Datum

Do 06. September 2018

Uhrzeit

19:30

Preis

6 € / erm. 4 €

Ort

ROTER SALON Brotfabrik
Kategorie
Brotfabrik Berlin

Veranstalter

Brotfabrik Berlin
Phone
+49 30 471 40 01
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