09.07. - 11.07. um 19.00 Uhr: Berlin-Film-Katalog #75 Zoe

Zoe | Berlin-Film-Katalog #75

9.7. – 11.7. | 19 Uhr

Deutschland 1999 | 79 Minuten | 35mm | R: Maren-Kea Freese | K: Matthias Maaß | mit Kirsten Hartung, André Meyer, Eva Weißenborn, Wotan Wilke Möhring, Solveig Arnarsdottir, Rüdiger Rudolf, Volkmar Röhler

„Zoe“ heißt auf altgriechisch „Leben“. Wie die Titelheldin dieses Namens im Berlin der späten 90er lebt, erweckt eine Mischung aus Bewunderung und Mitleid: Aus der Provinz mit wenig Gepäck in die Hauptstadt gekommen, wohnt die Mittzwanzigerin (die mal Carola hieß) mal hier, mal dort, schnorrt sich durch, arbeitet als DJane, beginnt Liebesaffären, wird immer wieder rausgeworfen und zurückgewiesen, und rappelt sich immer wieder auf. Eine ebenso prekäre wie selbstbestimmte Existenz ist es, die Maren-Kea Freese in ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm, mit dem sie ihr Studium an dffb abschloss, portraitiert. Dabei waren die Videoästhetik der Bilder und die Verwendung von Originalton dem geringen Budget geschuldet, zugleich erzeugten sie – zumindest in der Vor-Smartphone-Ära – den Eindruck von Wirklichkeitsnähe. Überraschenderweise wirkt der Film nach 20 Jahren nicht nur kein bisschen veraltet: Wenn man davon absieht, dass viele (insbesondere junge) Menschen heutzutage glauben, nicht leben zu können, wenn sie nicht dauernd an ihrem Mobiltelephon herumfummeln und es anstarren, könnte „Zoe“ auch von heute sein. So wenig hat sich die Alltagsästhetik in den letzten zwei Dekaden verändert, so wenig haben es auch die Lebensentwürfe oder -versuche mancher jungen Leute getan. Nur die Freiräume für sie sind in Berlin weniger geworden.

Am 9. Juli (Mo) in Anwesenheit von Regisseurin Maren-Kea Freese und mit einem Vortrag von Jan Gympel!

www.berlin-film-katalog.de

Datum

Mo, 09. Jul 2018 - Mi, 11. Jul 2018

Uhrzeit

19:00

Ort

KINO Brotfabrik
Kategorie
Brotfabrik Berlin

Veranstalter

Brotfabrik Berlin
Phone
+49 30 471 40 01
Email
jf@brotfabrik-berlin.de
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